Definition Was ist ein Open Source Program Office (OSPO)?

Von Casablanca 2 min Lesedauer

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Als Fachabteilungen koordinieren Open Source Program Offices sämtliche Planungsprozesse und IT-Aktivitäten hinsichtlich genutzter Open-Source-Lösungen und offener Standards. Entsprechende Organisationseinheiten finden sich in der öffentlichen Verwaltung ebenso wie in Unternehmen.

Als Organisationseinheit ist ein OSPO für die Open-Source-Strategie und -Implementierung sowie weitreichendere Fragen wie Dependency- und Lizenzmanagement verantwortlich.(Bild:  scyther5, Getty Images via Canva.com)
Als Organisationseinheit ist ein OSPO für die Open-Source-Strategie und -Implementierung sowie weitreichendere Fragen wie Dependency- und Lizenzmanagement verantwortlich.
(Bild: scyther5, Getty Images via Canva.com)

Freie sowie quelloffene Anwendungen (Free/Libre Open Source Software, FLOSS), Standards und Technologien sind eine essenzielle Stütze der modernen agilen Arbeitswelt ebenso wie der Digitalisierung in ihrer Ganzheit. Eine Grundvoraussetzung ist dabei aber auch, dass die Open-Source-Lösungen innerhalb der ganzheitlichen IT-Strategie auf sinnvolle Weise eingesetzt werden – was wiederum nur dann funktioniert, wenn deren Einsatz frühzeitig detailliert geplant und gesteuert wird. Unter anderem dafür ist das Open Source Program Office (OSPO) als eigene Unterabteilung der IT in Institutionen und Unternehmen verantwortlich.

Zunächst gilt es dabei, die Ziele zu formulieren, um diese anschließend mit der eigenen Open-Source-Strategie in Einklang zu bringen. Im Zuge dessen werden beispielsweise genutzte Werkzeuge, etwaige Self-Service-Modelle und das Prinzip des „Geben und Nehmens“ definiert. Letzteres spielt eine Schlüsselrolle innerhalb des OSPO: So hat beispielsweise die Stadt München ein eigenes OSPO, welches einerseits gezielte Open-Source-Lösungen zum Einsatz bringt, andererseits aber auch die Open-Source-Communities an eigenen, frei zur Verfügung gestellten Entwicklungen teilhaben lässt.

Weitere Aufgaben und Leistungsbereiche eines OSPO sind:

  • Klärung von Lizenzfragen und rechtlichen Rahmenbedingungen
  • Gestaltung von und Kommunikation gegenüber Open-Source-Communities
  • Identifizierung geeigneter und relevanter Lösungen innerhalb der Organisationsstruktur
  • Bereitstellung von Know-how gegenüber externen Communities und der Belegschaft im Intranet

Des Weiteren fällt dem OSPO automatisch auch das Risikomanagement zu. Speziell bei hochtransparenten Open-Source-Lösungen sollen Mitarbeiter innerhalb des OSPO dazu beitragen, dass Risiken frühzeitig identifiziert und in der Folge durch gezielte Lösungen gemindert werden.

Benötigte Fähigkeiten, um ein OSPO effizient zu gestalten

Aufgabe des OSPO ist es, geeignete Lösungen am Markt zu identifizieren, die dem Unternehmen beziehungsweise der Institution einen echten Mehrwert bieten. Folglich sind entsprechende Kompetenzen im Software- und Produktmanagement notwendig. Zugleich muss eine Abstimmung gegenüber eigens entwickelten Softwarelösungen erfolgen.

Nötig sind zudem entsprechende Soft-Skills, um einen Best-Practice-Ansatz zu etablieren. Ebenso müssen OSPOs mit externen Open-Source-Communities kommunizieren, was mitunter erhebliche Unterschiede gegenüber der unternehmensinternen Kommunikation mit sich bringt.

OSPOs benötigen weitreichende Kompetenzen mit Hinblick auf IT-Sicherheit und rechtliche Rahmenbedingungen. Im Zuge dessen obliegt es dem OSPO, einen sicheren rechtlichen Rahmen für die hauseigene IT-Lieferkette und die Verwendung von Open-Source-Lizenzen zu schaffen. Parallel dazu muss und soll ein OSPO fortlaufend auf und mit der Management-Ebene agieren.

Korrekt umgesetzt, können OSPOs die Wettbewerbsfähigkeit, Wertschöpfung und Wirtschaftlichkeit innerhalb der eigenen Organisation steigern – und zugleich einen eigenen Beitrag am Fortbestand von Open-Source-Lösungen leisten.

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