Definition Was ist die European Union Public Licence (EUPL)?

Von andi_dd 2 min Lesedauer

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Die European Union Public Licence (EUPL) ist die erste Lizenz für freie Software, die von einem Staatenverbund entwickelt wurde. Diese Lizenz ist mit verbreiteten Lizenzen wie der GPL und OSL kompatibel und lässt sich vielseitig anwenden.

Lizenz für freie Software: European Union Public Licence.(Bild:  aga7ta – stock.adobe.com)
Lizenz für freie Software: European Union Public Licence.
(Bild: aga7ta – stock.adobe.com)

Mit der European Union Public Licence (EUPL) gibt es seit 2007 eine Open-Source-Lizenz, die von der Europäischen Kommission herausgegeben wird. Die Verantwortlichen erarbeiteten diese Lizenz ursprünglich im Rahmen des IDABC-Programms, das die Entwicklung von Internetplattformen für E-Services in der EU fördern sollte. Auch nach der Einstellung dieses Programms kommt dieser Lizenzierung eine wichtige Funktion zu. Sie lässt sich für Softwareentwicklungen der EU sowie vieler weiterer staatlicher und privatwirtschaftlicher Akteure nutzen.

Warum benötigt die Europäische Union eine eigene Lizenz?

Es existieren mehrere weltweit relevante Open-Source-Lizenzen wie die GNU General Public Licence (GPL) und die Open Software Licence (OSL). Daraus resultiert die naheliegende Frage, warum die Europäische Kommission auf eine eigene Lizenz für freie Software bestanden hat und diese bis heute weiterentwickelt. Hierfür gibt es zwei Gründe:

  • Rechtssicherheit: Die Europäische Kommission berücksichtigt bei der EUPL sämtliche Urheberrechtsgesetze der Mitgliedsländer. Bei anderen Lizenzen wie der GPL kann es dagegen zu Rechtsunsicherheiten kommen.
  • Amtssprachen: Die European Union Public Licence liegt in allen 23 Amtssprachen der EU vor. Die Verantwortlichen der Europäischen Kommission achten auf eine korrekte Übersetzung des Lizenztextes.

EUPL und andere Lizenzen für freie Software

Die European Union Public Licence dient insbesondere dazu, Softwareprodukte europäischer Behörden rechtssicher zu lizenzieren. Der Anspruch geht aber weit darüber hinaus: Private Akteure sollen diese Lizenzierung ebenfalls nutzen.

Entsprechend ist die EUPL Ergebnis eines Balanceaktes: Die Lizenz bezieht einerseits das Urheberrecht aller Mitgliedsstaaten ein, andererseits ist sie mit sämtlichen bedeutenden Open-Source-Lizenzen wie GPL und OSL kompatibel. Diese Kompatibilität steigert den praktischen Nutzen und damit die Attraktivität der EUPL.

Anwendung der EUPL

Bisher hat sich die European Union Public Licence vornehmlich im staatlichen Sektor etabliert. Behörden oder beauftragte Unternehmen lassen Verwaltungssoftware mit der EUPL lizenzieren. Zu den EUPL-lizenzierten Produkten gehört zum Beispiel WollMux, bei dem es sich um eine Software für Stadtverwaltungen handelt.

Versionen der EUPL

Inzwischen gibt es drei Versionen der Lizenz für freie Software:

  • EUPL v1.0: Januar 2007,
  • EUPL v1.1: Januar 2009,
  • EUPL v1.2: Mai 2017.

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