Definiton Was ist das Nationale Once-Only-Technical-System (NOOTS)?

Von Diderot 2 min Lesedauer

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Die Registermodernisierung gilt als Gamechanger der Verwaltungsdigitalisierung. Ihre technische Grundlage bildet das Nationale Once-Only-Technical-System (NOOTS).

Ein technisch und datenrechtlich sicheres NOOTS spart Zeit & Kosten (Bild:  aga7ta – stock.adobe.com)
Ein technisch und datenrechtlich sicheres NOOTS spart Zeit & Kosten
(Bild: aga7ta – stock.adobe.com)

Das NOOTS – Nationales Once-Only-Technical-System – liefert die technische Grundlage für die digitale Registermodernisierung von Behörden und Verwaltungen. Es soll ein einmaliges Sammeln/Speichern von personen-/unternehmensbezogenen Daten ermöglichen.

NOOTS spart Zeit

Ziel des NOOTS - Nationales Once-Only-Technical System - ist es, den Datengebern selbst und den Behörden Zeit und Kosten zu sparen. Allerdings braucht es dafür die ausdrückliche Zustimmung der Bürger:innen zur Wiederverwendung ihrer Daten. Die bisherige Nicht-Vernetztheit der 375 zentralen und dezentralen Register begünstigt Übertragungsfehler, abweichende Datensätze und führt zu Mehraufwand, weil Informationen immer wieder neu eingeholt werden müssen. Ein Gutachten des Normenkontrollrats von 2017 schätzt die Gesamtzeitersparnis durch NOOTS auf 84 Millionen Stunden jährlich.

NOOTS bringt Europa zusammen

NOOTS – Nationales Once-Only-Technical System – ist die deutsche Variante im Rahmen einer EU-weiten Einführungspflicht des Once-Only-Prinzips. Bereits 2009 haben sich die EU-Mitgliedstaaten auf die Once-Only-Umsetzung geeinigt, um die EU-weite Behördenzusammenarbeit zu vereinfachen und Verwaltungsaufwand zu verringern. Seit 2014 hat innerhalb der EU die schrittweise Realisierung von Once-Only begonnen. Vorreiter sind Belgien, die Niederlande und Estland.

NOOTS: Once-Only für Bundesländer

Das deutsche NOOTS unterscheidet sich in einigen Kriterien vom europäischen System. Das liegt vor allem an der föderalen Struktur der Bundesrepublik und der damit verbundenen dezentralen Registerstruktur. Dennoch ist es die erklärte Zielrichtung, alle EU-Standards grundsätzlich einzuhalten und ausschließlich bei zwingenden nationalen Besonderheiten abzuweichen.

Die NOOTS-Vorteile

Nur komplett vernetzte digitalisierte Register machen es möglich, Verwaltungsleistungen komplett digital anzubieten. Im Rahmen des NOOTS lassen sich Daten und Nachweise von Bürger:innen zukünftig durch die Behörden eigenständig abrufen. Hier erklärt sich der Begriff des Once-Only-Prinzips: Alle verwaltungsrelevanten Daten werden nur einmal übermittelt und stehen dann den registerführenden Institutionen zur Verfügung. Das bringt Verwaltung und Bürger:innen Vorteile:

  • weniger Datenerfassungsfehler,
  • weniger Anrufe in Kundenservicecentern und Bürgerbüros,
  • weniger papierbasierte Antragstellungen,
  • schnellere Bearbeitung.

Ein NOOTS-Pilotprojekt in Nordrhein-Westfalen

Das NOOTS – Nationales Once-Only-Technical System – findet grenzüberschreitend innerhalb der gesamten EU Anwendung. Konkret gesagt: Alle digital angebotenen Leistungen eines Mitgliedstaates sind allen anderen Mitgliedstaaten verfügbar. Das erleichtert grenzüberschreitende Antragstellungen und Geschäftstätigkeiten. Als Beispiel für die NOOTS-Internationalisierung sei ein nordrhein-westfälisches Pilotprojekt genannt: Dieses soll niederländischen Einzelunternehmern die digitale Anmeldung ihrer Niederlassung in Nordrhein-Westfalen ermöglichen.

NOOTS erleichtert den Zensus

Alle Aktivitäten rund um den Zensus – die Volksbefragung – stellen für die statistikführenden Behörden und für die Bürger:innen einen großen Zeit- und Kostenaufwand dar. Eine NOOTS-vernetzte Registerlandschaft soll die aufwändige Direktbefragung unnötig machen. Die relevanten Daten ließen sich dann aus den unterschiedlichen Registern der öffentlichen Verwaltung ermitteln.

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