gesponsertPush-Government Verwaltungsdienstleistungen, so einfach wie Online-Shopping

5 min Lesedauer

Push-Government soll zu einem Paradigmenwechsel in der öffentlichen Verwaltung führen, indem es von einer reaktiven zu einer proaktiven Dienstleistungserbringung übergeht. Das Konzept des Push-Government wird die digitale Verwaltung weiterentwickeln, Barrieren abbauen und Verwaltungsdienstleistungen noch besser in der Gesellschaft integrieren. Für die Umsetzung einer Push-Government-Plattform verfügt Materna über erfahrene Teams und ein etabliertes KI- und Tech-Ökosystem.

(©  Adobe Stock; Drobot Dean)
(© Adobe Stock; Drobot Dean)

Die digitale Transformation der Verwaltung bietet dem Staat enorme Chancen, die öffentliche Verwaltung effizienter, transparenter und bürgerfreundlicher zu gestalten. Digitale Prozesse senken Kosten und verkürzen Bearbeitungszeiten. Online-Dienste erleichtern die Interaktion zwischen Bürgern, Unternehmen und Verwaltung. Zudem stärkt die Digitalisierung die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit, während offene Daten neue Möglichkeiten für Analyse und gesellschaftliche Teilhabe schaffen. Doch noch immer hinken die Erwartung an den digitalen Zukunftsstaat hinterher. Das zeigen auch die Ergebnisse des aktuellen eGovernment Monitor 2024 der Initiative D21.

Push-Government als neuer Ansatz

Push-Government ist ein neuer Ansatz, der die Verwaltung weiter nach vorne bringen soll. Beim Push-Government werden staatliche Leistungen und Informationen proaktiv und automatisiert angeboten, anstatt dass Bürger oder Unternehmen diese erst aktiv beantragen müssen. Behörden übernehmen eine proaktive Rolle, was einen echten Paradigmenwechsel darstellt.

Traditionell sind Behörden sogenannte Antragsverwaltungen, bei denen Leistungen wie Kindergeld, Wohngeld oder der Personalausweis nur auf expliziten Antrag hin gewährt werden. Push-Government steht für die Idee, dem Bürger proaktiv ihm zustehende Leistungen anzubieten und ihm so beispielsweise zu helfen, Fristen einzuhalten und ihm zustehende Leistungen auch zu erhalten. Insgesamt sinken mit diesem Ansatz die Hürden bei der Beantragung von Leistungen.

Neben dem proaktiven Bürgerservice liegt ein entscheidender Vorteil von Push-Government in der Entlastung der Mitarbeitenden in Behörden. Die Integration und Automatisierung solcher Prozesse wickelt Routineaufgaben effizienter ab und die Mitarbeitenden gewinnen wertvolle Zeit. Sie können sich auf komplexere und individuellere Anliegen konzentrieren, während standardisierte Vorgänge automatisiert bearbeitet werden. Angesichts des demografischen Wandels, der zu einem spürbaren Fachkräftemangel führt, ist dies ein zentraler Hebel: Effizienzgewinne und reduzierte Arbeitsbelastung tragen dazu bei, die sinkende Zahl von Mitarbeitenden auszugleichen und gleichzeitig den steigenden Anforderungen gerecht zu werden.

Das Push-Government steht vor Herausforderungen wie der Einhaltung strenger Datenschutzvorgaben, der Verbesserung der technologischen Infrastruktur, dem Umgang mit kulturellen Herausforderungen in den Verwaltungen, der Bewältigung komplexer föderaler Strukturen und der möglichen Skepsis der Bürger gegenüber proaktivem Verwaltungshandeln. Diese Herausforderungen lassen sich sehr gut lösen, in dem Push-Government zu einer freiwilligen Opt-Out-Lösung wird und durch hochwertige und nutzerzentrierte Lösungen eine große Akzeptanz (analog zum Online-Shopping) bei den Bürgen erhalten wird.

Von „der Markt zieht“ zu „der Staat schiebt“

Für den Erfolg von Push-Government braucht es acht zentrale Schlüsseldimensionen.

  • 1. Leistungen werden gezielt aus Sicht der Bürgerbedürfnisse ausgewählt und aufgebaut, idealerweise priorisiert nach Fallzahlen.
  • 2. Die Verwaltung muss proaktive Angebote schaffen, indem sie Voraussetzungen und gezielte Ansprache der Zielgruppen automatisch abgleicht.
  • 3. Mit dem Scouting von Diensten und Best Practices im EU-Kontext lassen sich Quick Wins realisieren, die von Steuererklärungen bis Sozialleistungen reichen.
  • 4. Push-Government setzt hochmoderne Analyse- und KI-Plattformen voraus, um flexible und skalierbare Services aus der souveränen Cloud zukunftssicher zu liefern.
  • 5. Insgesamt müssen die Interaktionen mit der Verwaltung mit „maßgeschneiderten“ Dienstleistungen vereinfacht und beschleunigt werden. Das schafft mehr zufriedene Bürger.
  • 6. Staatliche Leistungen müssen schneller und unkomplizierter bereitgestellt werden und die Bearbeitungszeiten müssen sich verkürzen.
  • 7. Der Abbau von Bürokratie durch Automatisierung fördert die Teilhabe an Leistungen der öffentlichen Hand und stärkt das Vertrauensverhältnis zwischen Staat und Bürgern.
  • 8. Schließlich ist auch die interne Perspektive der Verwaltung wichtig mit den Themen Regulatorik, Technologie und Datenschutz, Vernetzung von Datenquellen sowie Konzeption und Betrieb.

Einfache Push-Government-Dienste können bereits heute in digitalisierten Fachverfahren ergänzt werden, während komplexere Anforderungen von den Ergebnissen der laufenden Registermodernisierung profitieren (z. B. geregelter Datenaustausch zwischen Behörden).

Drei zentrale Dimensionen von Push-Government

Push-Government-Ansätze stellen Dienstleistungen proaktiv bereit. Damit eliminiert der Ansatz die Notwendigkeit, dass Bürger oder Unternehmen aktiv nach Dienstleistungen suchen oder Anträge stellen müssen. Stattdessen erhalten sie relevante Informationen und Leistungen automatisch basierend auf verfügbaren Daten. Beispiele dafür sind automatische Steuererklärungen basierend auf bereits vorliegenden Daten oder die automatische Prüfung von Zuschüssen.

Der Schlüssel zu Push-Government liegt in der effektiven Nutzung von Daten und digitalen Technologien wie KI, Machine Learning und Big Data. Diese Technologien ermöglichen eine personalisierte und präzise Interaktion, die auf individuelle Bedürfnisse zugeschnitten ist. Ein Beispiel dafür sind KI-gestützte Systeme, die basierend auf Lebensereignissen wie Geburt, Umzug oder Arbeitslosigkeit automatisch relevante Informationen und Leistungen bereitstellen.

Push-Government-Ansätze verbessern die Effizienz und Bürgererfahrung. Regierungen können die Nutzererfahrung deutlich verbessern und gleichzeitig Kosten und bürokratische Prozesse reduzieren. Die Bürger erleben weniger Hürden und fühlen sich stärker unterstützt, was das Vertrauen in den Staat stärkt. Beispiele dafür sind automatische Benachrichtigungen über anstehende Impfungen oder den Ablauf von Dokumenten.

Fazit

Push-Government wird zu einem Schlüssel für zukunftsfähige öffentliche Verwaltungen. Mit einem ganzheitlichen Ansatz gelangt die Verwaltung zu einem nachhaltigen Wertschöpfungsmodell eines modernen Staates. Eine automatisierte und digitale Verwaltung überzeugt Bürger und Unternehmen durch proaktive und personalisierte Dienstleistungen. Der Einsatz modernster Technologien vereinfacht jederzeit den Zugang zu und die Abwicklung von staatlichen Leistungen. Verwaltungen können den Push-Government-Ansatz in einem Proof of Concept erproben und später mit der Evaluation und Weiterentwicklung einer solchen Plattform fortfahren.

Mit einem etablierten KI- und Tech-Ökosystem und erfahrenen Teams ist Materna der ideale Partner für die Umsetzung einer Push-Government-Plattform. Das PAC Innovation Radar 2024 hat Materna als einen der besten Anbieter von KI-Services in Europa mit der Bewertung „Best-in-Class“ ausgezeichnet. Materna begleitet Behörden mit einem ganzheitlichen KI-Fahrplan, der alle wesentlichen Bausteine umfasst, die für eine erfolgreiche Einführung und Nutzung von KI nötig sind, nämlich: Vision und Strategie, KI-Modelle und Methoden, Use Cases, Governance-Strukturen, Fähigkeiten, Datenqualität, Technologie-Stack sowie Umsetzung und Betrieb. Organisationen können flexibel in jeder Phase einsteigen – individuell abgestimmt auf ihre Ausgangslage und spezifischen Anforderungen.

Florian Wüchner(©  Materna)
Florian Wüchner
(© Materna)

Die Autoren:

Florian Wüchner arbeitet als Vice President im Ressort Public Sector bei Materna. Sein Fokus liegt darauf, hochwertige und nachhaltige Lösungen für die Mobilität und Verwaltungsdigitalisierung des 21. Jahrhunderts zu schaffen.

Frank Zettler(©  Materna)
Frank Zettler
(© Materna)

Frank Zettler arbeitet als Senior Consultant beim Tochterunternehmen Infora. Seine Schwerpunkte sind die Digitalisierung öffentlicher Verwaltungen mit Schwerpunkt auf E-Akte, Geschäftsprozesse, digitale Souveränität, Organisationsentwicklung und KI-Integration.

(ID:50263662)

Jetzt Newsletter abonnieren

Wöchentlich die wichtigsten Infos zur Digitalisierung in der Verwaltung

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung