Finanzamt schreibt die Steuererklärung Steuern sparen Stress – wenn Hessen sie macht

Von Serina Sonsalla 2 min Lesedauer

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Dieses Jahr startet ein Pilotprojekt für ausgewählte Bürger in Hessen. Ihnen erstellt die Steuerverwaltung eine Steuererklärung.

Oberfinanzpräsidentin Konstanze Bepperling (v. l. ) und Finanzminister Professor Dr. R. Alexander Lorz stellen das Pilotprojekt „Die Steuer macht jetzt das Amt!“ vor. (Bild:  © Hessisches Ministerium der Finanzen)
Oberfinanzpräsidentin Konstanze Bepperling (v. l. ) und Finanzminister Professor Dr. R. Alexander Lorz stellen das Pilotprojekt „Die Steuer macht jetzt das Amt!“ vor.
(Bild: © Hessisches Ministerium der Finanzen)

Lästig und aufwendig – viele kennen es, man schiebt es vor sich her und dann verpasst man auch noch die Frist: die Abgabe der Steuererklärung. In Finnland zeigt man bereits, wie es besser geht, schließlich ist dort die Steuerverwaltung zu einem bürgernahen Service-Anbieter geworden. Das könnte bald auch für die Bürgerinnen und Bürger in Hessen Realität werden. Denn dieses Jahr startet ein Pilotprojekt der Hessischen Steuerverwaltung: Mit „Die Steuer macht jetzt das Amt!“ geht das Land einen Schritt Richtung Bürgerin und Bürger.

Fertig vom Finanzamt

„Davon dürften viele träumen. Wir machen es jetzt möglich – zunächst immerhin für eine ausgewählte Zahl von Bürgerinnen und Bürgern“, teilte der Finanzminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz mit. „Ihnen wird das Finanzamt Kassel einen Vorschlag für die Einkommensteuerveranlagung schicken – ohne dass sie eine eigene Erklärung abgeben mussten.“ Selbstverständlich können die Beteiligten dennoch eine eigene Steuererklärung abgeben, doch ist man mit der vorgeschlagenen einverstanden, muss nichts weiter getan werden, und das Amt erlässt den automatischen Bescheid nach einer vierwöchigen Ablauffrist.

Den Vorschlag für die Einkommenssteuer 2024 erhalten diejenigen, die zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind, jedoch nicht vom Steuerberater vertreten werden – und zwar bereits ab Ende August dieses Jahres. Hauptansprechpartner für das Projekt ist der Bürgerservice, dieser steht den Bürgerinnen und Bürgern auch telefonisch zur Verfügung.

Verfahren mit Vorteilen

Für Oberfinanzpräsidentin Konstanze Bepperling lag die Chance der Digitalisierung auf der Hand: „Wir sind überzeugt, dass wir mit diesem Pilotprojekt genau am Puls der Zeit liegen: Wenn uns mutmaßlich bereits alle notwendigen Steuerdaten vorliegen, um einen Vorschlag für die Steuererklärung zu erstellen, ist es nur logisch, diese Möglichkeit zu nutzen und die bürokratischen Hürden weiter abzubauen.“ Damit wies sie auch auf den unnötigen Doppelaufwand hin, denn während Bürgerinnen und Bürger über das Jahr zahlreiche Belege und Daten sammeln, um sie schließlich an das Finanzamt zu übermitteln, hat die Steuerverwaltung diese längst parat – nämlich aufgrund von gesetzlich verankerten Meldepflichten über Lohn, Rente und Versicherungen.

Doch nicht nur für Steuerzahlende bringt das Vorteile, sondern auch für die Verwaltung, indem man Ressourcen spare, Digitalisierung nutze und Bürokratie abbaue. Und wenn das Projekt erfolgreich läuft, wolle das Finanzministerium das Programm ausweiten: „In großem Umfang umsetzen können wir eine solche Amtsveranlagung aber erst, wenn wir bei den Themen Typisierung und Pauschalierung entscheidende Schritte gemeinsam mit dem Bund und den weiteren Ländern vorankommen“, ergänzte Lorz. Diese Aspekte werden aktuell bereits mit allen Akteuren diskutiert – und das sei laut Lorz auch gut so.

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