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Personalisierung
Es ist eine Überlegung wert, ob das Krankenhaus nicht spezielle Nutzer- und Patientengruppen ganz gezielt online ansprechen will – mit spezifischem Content oder spezifischen Angeboten etwa für Krebskranke. Beispielsweise könnten Kliniken personalisierte Medizin über interaktive Checklisten anbieten.
Gegebenenfalls ist es für ein Krankenhaus sogar interessant, die Möglichkeiten der Telemedizin zu sondieren. Auch so etwas wie eine Arztsprechstunde für wenig mobile Patienten wäre denkbar.
Nachsorge
Mit Verweis auf §7, Absatz 4 der Musterberufsordnung der Ärzte wurde der Einsatz von Telemedizin jahrelang blockiert. Seit kurzem ist aber klar, dass die Mehrheit der telemedizinischen Anwendungen mit den Berufsordnungen der Ärzte vereinbar ist. Im Rahmen des vom Bund geförderten F&E-Projekts DigiWund beispielsweise kommt ein System zur bildlichen wie schriftlichen Dokumentation chronischer Wunden zum Einsatz.
Entwickelt wird dabei insbesondere eine Wundfotografie-Applikation, die auf allen gängigen Smartphones funktioniert und automatisch für die Einhaltung wichtiger Bildparameter wie Abstand und Winkel zur Wunde, Umgebungshelligkeit und Farbechtheit sorgt. Angehörige fotografieren also die Wunde des entlassenen Patienten, und Mediziner können dann beurteilen, welche weiteren Wundbehandlungsmaßnahmen sie veranlassen müssen.
Geringere Kosten
Generell sprechen zwei zentrale Argumente für telemedizinische Lösungen: Der Patient gewinnt dadurch die Lebensqualität in seinem häuslichen Umfeld zurück, und die Klinik reduziert durch den Verzicht auf einen stationären Aufenthalt ihre Kosten. Ein Projekt wie EViVa, das vom Land Bayern gefördert wird, hat beispielsweise das Ziel, per Videovisite die Versorgungsstabilität von außerklinisch beatmeten Patienten zu gewährleisten. Der Atmungstherapeut bringt das Videokonferenzsystem zu jeder Visite mit, sodass der behandelnde Arzt per Video teilnehmen und sich mit dem Patienten und dem Therapeuten austauschen kann.
Beim hamburgischen Testprojekt psychenet geht es darum, das Gesundheitsnetz Depression zu evaluieren und klinisch zu erproben. Für das Projekt soll ein Stepped-Care-Modell mit sechs Behandlungsmöglichkeiten unterschiedlicher Intensität umgesetzt und wissenschaftlich untersucht werden. Dies könnte für Patienten mit Depressionen die Behandlungswege optimieren, auch unter Rückgriff auf E-Mental-Health-Elemente und computergestützte Therapieanteile.
Digitaler Vertrieb
Wahlleistungen könnten eines der zentralen Themen für das Krankenhaus-Portal sein. Patienten finden dann alle Informationen, Bestellmöglichkeiten und die Abrechnungen bequem und einfach über das Portal. Ein weiteres vertriebsunterstützendes Element können Microsites für Hochpotenzialkunden darstellen. Gerade hier empfiehlt es sich dann, die Microsite auch in den wichtigsten Sprachvarianten anzubieten.
Fazit

Die Patienten des 21. Jahrhunderts wollen online mit ihrem Dienstleister kommunizieren können, jederzeit. Am besten vor, während und nach ihrem Krankenhausaufenthalt. Je mehr Informationsangebote und Prozesse eine Klinik online zur Verfügung stellen kann, desto moderner und attraktiver erscheint sie in der Wahrnehmung ihrer Patienten – und umso höher wird deren Loyalität. Für Krankenhäuser gibt es verschiedene Wege, eine eigene, Digitalisierungsstrategie zu formulieren. Wer nicht von der digitalen Transformation überrollt werden will, sollte seine Strategie jetzt in Angriff nehmen.
* Dr. Michael Bark, Geschäftsführer der evodion Information Technologies GmbH
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