Ein umgebautes Spezialfahrzeug für Not- und Katastropheneinsätze mit einer Drohne an Bord präsentiert Land Rover auf dem Genfer Autosalon.
Auf dem Genfer Autosalon präsentiert Land Rover einen zum Spezialfahrzeug für Not- und Katastropheneinsätze umgebauten Land Rover Discovery mit einer Drohne an Bord.
(Bild: Land Rover)
Mit Drohnentechnologie zum Lebensretter: Auf dem Genfer Autosalon präsentiert Land Rover „Project Hero“. Dahinter verbirgt sich eine exklusive Version des neuen Land Rover Discovery, die von den Fachleuten der Abteilung Jaguar Land Rover Special Vehicle Operations (SVO) auf die Räder gestellt wurde.
Technische Daten des unbemannten Luftfahrzeugs (Drohne)
Plattform: Drohnenmodell Align M480L (aus Taiwan)
Leergewicht: 2700 g
Max. Startgewicht: 7200 g
Nutzlast: 5500 g (inkl. Batterien und Sensoren)
Sende- und Empfangsradius: 1 km
Max. Flugdauer: 20 min (6S 5200 mAh-Akku, ohne Nutzlast)
Durchmesser Flugwerk: 800 mm
Breite Flugwerk: 1006 mm
Länge Flugwerk: 900 mm
Höhe Flugwerk: 211,5 mm (angedockt)
Rotordurchmesser: 381 mm
Höchstgeschwindigkeit: 54 km/h
Beim Roten Kreuz im Test
Als Neuheit hat der vielseitige Discovery dabei eine leistungsfähige Drohne an Bord, die sogar während der Fahrt auf dem Geländewagen starten und landen kann. Das österreichische Rote Kreuz wird die Fähigkeiten von Project Hero demnächst in der Praxis erproben, um die Hilfe im Not- und Katastropheneinsatz weiter zu verbessern. Mit dem maßgeschneiderten Drohnen-Discovery setzen Land Rover und das Rote Kreuz ihre umfangreiche Partnerschaft fort, deren Ursprünge bis ins Jahr 1954 zurückreichen.
Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC) ist das weltweit größte und bedeutendste Netzwerk im humanitären Einsatz. Im Rahmen der jahrzehntelangen Kooperation entstand jetzt Project Hero. Dabei arbeitete die Abteilung Special Vehicle Operations der britischen Autobauer eng mit dem österreichischen Roten Kreuz zusammen, um einen Discovery zur hochentwickelten Kommunikationszentrale aufzurüsten.
Die Rotkreuz-Notfallteams im Alpenland erhalten nun Gelegenheit, das Spezialfahrzeug auf Herz und Nieren zu testen – schließlich hofft man, mithilfe des Discovery die Reaktionszeiten in Not- und Katastrophenfällen weiter verkürzen zu können und so noch mehr Leben zu retten.
Der erste Land Rover Discovery mit Drohne
Die Partnerschaft zwischen Land Rover und der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften fand ihre Wurzeln vor 64 Jahren: 1954 rollten die ersten Fahrzeuge zur Hilfsorganisation – mittlerweile sind über 120 Land Rover an die Föderation gegangen. Der neue Land Rover Discovery im Project Hero ist jedoch der erste, der auf dem Dach eine Drohne trägt. Ein integriertes Landesystem mit der Weltneuheit einer Selbstzentrierungs- und Magnet-Haltetechnologie erlaubt dabei Starts und Landungen auf dem fahrenden Discovery.
Drohne sendet Kamerabilder live zu den Nothilfeteams
Die Drohne erweitert die ohnehin bereits große Leistungsfähigkeit des neuen Discovery nochmals. Befindet sich der unbemannte Flugkörper in der Luft, können die Kamerabilder live zu den Nothilfeteams des Roten Kreuzes übertragen werden. Damit wird es den Rettern möglich, schneller und effektiver auf Ereignisse wie Erdrutsche, Überflutungen, Erdbeben oder Lawinen zu reagieren.
Denn oftmals verändern die Naturkatastrophen die Landschaft dramatisch, sodass Karten wertlos werden. Das macht es noch schwieriger, Überlebende aufzuspüren und zu retten. Eine Drohne jedoch verschafft den Rettern den Blick aus der Vogelperspektive auf das Geschehen – aus sicherer Entfernung können die Helfer das Katastrophenszenario mithilfe der Drohne untersuchen und einschätzen.
Für jede Aufgabe und jedes Terrain gewappnet
John Edwards, Managing Director Jaguar Land Rover Special Vehicle Operations: „Land Rover sowie die Ingenieure und Designer bei Special Vehicle Operations sind stolz darauf, die fantastische humanitäre Arbeit der IFRC und ihrer Mitglieder zu unterstützen. Der neue Land Rover Discovery ist ein Geländewagen, der für jede Aufgabe und jedes Terrain gewappnet ist.
Deshalb kann er im Project Hero seine Kombination aus hoher Leistungsfähigkeit und modernen Technologien optimal zum Tragen bringen. Wir hoffen, dass wir dem Roten Kreuz noch umfassender bei seiner Aufgabe helfen können, möglichst viele Leben zu retten.“
Fahrzeug für Rettungsaktionen unter schwierigsten Bedingungen
Dr. Jemilah Mahmood, Leiterin des Bereichs Partnerschaften bei der IFRC: Wir sind Land Rover für die großzügige Unterstützung in den vergangenen über 60 Jahren dankbar. Und wir sind stolz, dass unsere ambitionierte weltweite Partnerschaft das Leben vieler Millionen Menschen auf vier Kontinenten verändert hat. Diese Partnerschaft hat das Ziel, Gemeinschaften in aller Welt belastbarer zu machen im Angesicht von Naturkatastrophen wie Monsunregen, Überschwemmungen oder Erdbeben.
Stand: 08.12.2025
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Project Hero verbindet nun das beste Knowhow des Roten Kreuzes mit der Expertise von Jaguar Land Rover. So entstand ein wirklich einzigartiges Fahrzeug, von dem wir hoffen, dass es in der Lage sein wird, bei Rettungsaktionen unter schwierigsten Bedingungen den Unterschied auszumachen.“
Das Heck des Discovery wurde gründlich überarbeitet
Die Basis für Project Hero bildet der neue Land Rover Discovery mit 3,0-Liter-TD6-Turbodiesel. Neben der Integration des Drohnensystems auf dem Dach unterzogen die an der Oxford Road beheimateten Fachleute von Jaguar Land Rover Special Vehicle Operations vor allem das Heck des Discovery einer gründlichen Überarbeitung.
Neu an Bord kamen unter anderem folgende Details:
Ein Schwerlast-Schiebeboden im Kofferraum kann als zusätzliche Arbeitsfläche dienen oder darunter platzierte Ladung schützen. Eine Trennplatte hinter der Rücksitzbank bietet Befestigungsmöglichkeiten für Ausrüstungsgegenstände.
Strategisch positionierte LED-Leuchten verbessern die Sicht bei Nacht.
Innovative Stromanschlüsse sind mit diversen Steckermodellen aus aller Welt kompatibel.
Zusätzliche Staufächer an den Fahrzeugseiten sind mit Klappen verschlossen. Weitere Stauräume können im Innern des Discovery geschaffen werden, wobei der Umbau auch während der Fahrt möglich ist.
Darüber hinaus sorgt eine auf verschiedenen Frequenzbereichen arbeitende Funkanlage für reibungslose Kommunikation und Kontaktaufnahme.
Die Drohne selbst wird über eine Tablet-App gesteuert. Damit können die Helfer in der sicheren Umgebung des Discovery bleiben, während die Drohne die Verhältnisse aus der Luft erkundet.
Das österreichische Rote Kreuz übernimmt Project Hero
Ab Juni übernimmt das österreichische Rote Kreuz Project Hero. Der Drohnen-Discovery wird dann zwölf Monate lang im Rotkreuz-Trainingszentrum in Erzberg in der Steiemark sowie in Wien zum Einsatz kommen. Die Retter nutzen die Drohne unter anderem für Übungen, um neue und innovative Wege der Nothilfe zu entwickeln – außerdem für Simulationen komplexer Szenarien von Naturkatastrophen, etwa bei Nacht oder in dichten Wäldern. Darüber hinaus wird Project Hero auch Unterstützung bei konkreten Notfällen leisten, etwa wenn das Rote Kreuz bei heftigen Schneefällen oder Hochwasser gefragt ist.
Video zum Project Hero:
Dieser Beitrag erschien zuerst in unserem Partnerportal Elektronikpraxis.