Elektronische Beschaffung im Public Sector

Eintrittsbarrieren beseitigen

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Was ist mit Themen wie etwa Nachhaltigkeit und Integration in bestehende Beschaffungssysteme? Kann eine Lösung wie Amazon Business denn auch auf solche Kundenbedürfnisse ein­gehen?

Böhme: Als Amazon haben wir 2019 den Climate Pledge mit anderen Organisationen ins Leben gerufen und uns das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2040 klimaneutral zu werden. Und wir wollen auch unsere Kunden dabei unterstützen, ihre ehrgeizigen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. So können Kunden über Amazon Business zum Beispiel eine wachsende Auswahl an geschäftsrelevanten Artikeln wie Papierhandtücher, Druckerpapier, HDMI-Kabel, Monitore und Laptops kaufen, die bereits mit anerkannten Labels wie dem Blauen Engel, Energy Star, EPEAT und Compact by Design zertifiziert sind.

Über unsere Analysetools können Kunden zudem in Echtzeit analysieren, welchen Anteil nachhaltige Produkte an ihrem Einkauf haben. Unsere Kunden können Bestellungen konsolidieren, um Transportwege zu minimieren und wir setzen auf neue Verpackungstechniken, die besser dimensioniert sind und aus recycelbarem Material bestehen, um Abfall und Beschädigungen zu vermeiden. Im Bereich Integrationen haben wir 2021 einen großen Schritt mit unserer Partnerschaft mit SAP geschlossen, die im ersten Schritt dazu führen wird, dass Amazon Business in SAP Ariba integriert ist und so Artikel zur Bezugsquelle für Spot Buy werden. Das ist eine Funktion innerhalb der SAP Ariba-Lösungen, mit der Benutzer Artikel von vertrauenswürdigen Lieferanten kaufen können.

Bestandteil der Studie war auch eine Umfrage mit Organisationen des öffentlichen Sektors (Bund, Länder, Kommunen). Was waren die wichtigsten funktionalen Kriterien, die der öffentliche Sektor bei solch einer Lösung braucht?

Eßig: Die Umfrage haben wir mit 40 öffentlichen Auftraggebern aus Deutschland und Österreich durchgeführt und die Ergebnisse in sieben Interviews vertieft und konkretisiert. Einen Teil der Umfrage stellte die Abfrage der aus Sicht der öffentlichen Auftraggeber wichtigsten Funktionalitäten dar. Dabei konnten wir knapp über 60 Funktionalitäten eines elektronischen öffentlichen Beschaffungsmarktplatzes analysieren. Um einige zu nennen, gehören hierzu Funktionalitäten hinsichtlich der Vergabe-Governance, wie die Dokumentation der Angebotsvergleiche und die Vergaberechtskonformität. Auch die technische Integration – Elektronische Rechnungsstellung, Integration der Marktplatzlösung in eigene ERP-Systeme, Anbindung eigener Rahmenverträge und Kataloglösungen – sowie die Einkaufsunterstützung, wie die schnelle Bestellabwicklung, Lieferung und die breite Produktvielfalt et cetera werden gefordert. Im Gesamtbild lassen die Umfrageergebnisse keine eindeutige Priorisierung einzelner Funktionalitäten zu. Vielmehr scheinen die in der Studie und Umfrage aufgeführten Funktionalitäten allesamt als wichtige Bestandteile eines möglichen elektronischen Beschaffungsmarktplatzes betrachtet zu werden.

Welche Bedenken gibt es vonseiten der Kunden im Public Sector?

Eßig: Die Ergebnisse unserer Umfrage und die Aussagen von Beschaffungsexperten in den durchgeführten Interviews offenbaren vor allem Bedenken bezüglich der Konformität des elektronischen ­öffentlichen Beschaffungsmarktplatzes mit dem geltenden Vergaberecht. Ein Gesprächspartner ­bezeichnete die Vergaberechtskonformität als „Knackpunkt beim Aufbau eines elektronischen öffentlichen Beschaffungsmarktplatzes.“ Aber auch die Eintrittsbarrieren zur Nutzung des elektronischen öffentlichen Beschaffungsmarktplatzes beschäftigen die Studienteilnehmer. Die gilt sowohl für die öffentlichen Auftraggeber selbst als auch für ihre Lieferanten.

Diese Bedenken müssen potenzielle Marktplatzanbieter und politische Entscheidungsträger ernst nehmen und beim Aufbau eines Marktplatzes berücksichtigen, dann spricht aus unserer Sicht viel für eine erfolgreiche Implementierung eines eigens für den öffentlichen Sektor geschaffenen elektronischen Beschaffungsmarktplatz. Marktplatzanbieter wie Amazon Business betreiben seit Jahren erfolgreich Marktplatzlösungen im B2C- und B2B-Bereich und verfügen über die nötige Expertise, eine technisch hochwertige und nutzerfreundliche Lösung zu betreiben. Eine ähnliche Lösung im B2G-Bereich würde die Digitalisierung in der öffentlichen Beschaffung auf eine neue Stufe heben.

Die detaillierten Studienergebnisse können Sie hier abrufen.

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