Innovationsökosysteme im öffentlichen Sektor

Die Innovationsexpedition beginnt

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Vermittlerrahmenverträge

Vermittlerrahmenverträge beispielsweise bauen auf „klassischen“ Rahmenverträgen auf und bieten der Öffentlichen Verwaltung die Möglichkeit, über eine zentrale, vermittelnde Instanz, Lösungen, Produkte oder Dienstleistungen zu finden und zu beschaffen. Wichtig ist, dass die vermittelnde Partei auf ein etabliertes und stetig wachsendes Netzwerk – ein Ökosystem – zurückgreifen kann, um der Öffentlichen Hand möglichst passgenaue Lösungen auf bestehende Herausforderungen zu vermitteln. Dabei spielt Unabhängigkeit eine entscheidende Rolle. Aus diesem Grund ist die genaue Kenntnis des Technologiemarktes sowie das Verständnis der Arbeit in der Verwaltung von entscheidender Bedeutung: Nur so können neue Lösungen betrachtet und kuratiert werden. Da das vermittelnde Unternehmen frei von Interessenskonflikten neue und etablierte Lösungen gegenüberstellt und sie anhand von definierten Kriterien bewertet, bietet die Vergabeart auch jungen Unternehmen die Möglichkeit zur Zusammenarbeit mit der Verwaltung.

Dynamische ­Beschaffungssysteme

Ein Dynamisches Beschaffungssystem (DBS) hingegen ist ein ausschließlich digitales Vergabeverfahren und bietet der Öffentlichen Hand die Möglichkeit, über einen festgesetzten Zeitraum mit unterschiedlichen Unternehmen zusammenzuarbeiten. Die Anzahl der teilnehmenden Unternehmen ist innerhalb eines definierten Zeitraumes grundsätzlich unbegrenzt und kann fortlaufend wachsen. Die anbietenden Unternehmen müssen allgemeine Eignungskriterien erfüllen, um in das DBS aufgenommen zu werden und ­haben dann die Möglichkeit, an Miniwettbewerben teilzunehmen. Sollte ein Unternehmen den Zuschlag nicht gewinnen, bleibt es dennoch im Pool der geeigneten Anbieter, also dem DBS, und kann am nächsten passenden Wettbewerb teilnehmen.

Grundsätzlich werden in einem DBS „Marktübliche Leistungen“ innerhalb eines spezifischen Segments gesucht. In Deutschland handelt es sich hierbei oft um physische Produkte und Hardware, wohingegen in Großbritannien auch die öffentliche Beschaffung von Dienstleistungen und Software über ein DBS abgebildet werden. Eine Möglichkeit, die es hierzulande noch weiter zu erkunden gilt.

Ähnlich wie der Vermittlerrahmenvertrag fördert das Dynamische Beschaffungssystem den Aufbau eines Innovationsökosystems innerhalb der Verwaltung durch die strategische und transparente ­Vernetzung von Unternehmen mit Verwaltungseinheiten und bietet insbesondere jungen Unternehmen eine Chance, bürokratiearm an Wettbewerben teilzunehmen.

Entschlossenheit & Wille zur Weiterentwicklung

Auf der Reise durch die Möglichkeiten von Innovationsökosystemen­ in der Öffentlichen Verwaltung ­haben wir uns mit Eigenschaften und Merkmalen der Ökosysteme selbst beschäftigt, sind auf den Grund der Vergabearten vorgedrungen und haben Vermittlerrahmenverträge und Dynamische Beschaffungssysteme genauer betrachtet. Wir konnten sehen, dass wir Mut in der Anwendung und stetige Weiterentwicklung brauchen, um eine umfassende Verwaltungsdigitalisierung erfolgreich ­voranzutreiben und umzusetzen. Auch Risikobereitschaft und Innovationskraft müssen gefördert und gefordert werden. Schlussendlich kann ein Innovationsökosystem nur dann entstehen und auch nachhaltig wachsen, wenn neue Pfade beschritten werden.

Im nächsten Artikel wollen wir uns die aktuelle Situation am Standort Deutschland und die tatsächliche Nutzung der Vergabepotenziale ansehen. Dazu werden wir die Frage beantworten: Land unter oder Schiff ahoi – Wie steht es eigentlich um die tatsächliche Zusammenarbeit zwischen Start-ups und der Verwaltung in Deutschland?

Bis dahin wünsche ich Ihnen allzeit frischen Wind in den Segeln,

Ihre
Laura Detels

Laura Detels
zuständig für Regierungsbeziehungen bei der GovMarket GmbH. Sie setzt sich mit ihren Kolleginnen für eine innovative Beschaffung ein, um Start-ups und die Öffentliche Verwaltung näher zusammenzubringen.

Bildquelle: Govmarket

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