Polizei und Social Media

Der Öffentlichkeit ausgeliefert?

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Spitzenreiter Niedersachsen

(Quelle: Polizei Niedersachsen / Facebook)
Von den Bürgern wird das Facebook-Angebot gern angenommen. Die meisten Fans haben die Niedersachsen, beim Profil der Polizei Hannover wurde deutschlandweit am häufigsten auf „Gefällt mir“ geklickt. Mit insgesamt neun Fanpages und summiert etwa 182.000 Fans ist die niedersächsische Polizei bei Facebook fulminant vertreten.

In einem Erlass des Niedersächsischen Ministeriums für Inneres und Sport wurde vor zwei Jahren festgelegt, dass Facebook zur

  • Öffentlichkeitsarbeit,
  • Nachwuchsgewinnung,
  • Einsatzbegleitung sowie
  • verhaltensorientierten und technischen Prävention

genutzt werden soll. Ausschließlich die Seite „Polizei Niedersachsen Fahndung“ (LKA NI) darf Personenfahndungen und Vermisstensuchen veröffentlichen. Die einzelnen Polizeidirektionen können diese Postings anschließend auf ihren eigenen Seiten teilen. „Durch die Bündelung der Öffentlichkeitsfahndungen über das LKA NI wird die Einhaltung der hierzu erforderlichen Qualitätsstandards zentral und einheitlich gewährleistet“, heißt es aus dem Innenministerium.

Genaue Regelungen

Die Niedersachsen haben auch die Verwendung von Impressen, datenschutzrechtlichen Erklärungen und allgemeinen Hinweisen zu den Datenverarbeitungsvorgängen bei Facebook genau geregelt. Ein Behördenleitfaden „Umgang mit webbasierten sozialen Medien“ beschreibt außerdem Verhaltensregeln für die Nutzung von Social Media durch Bedienstete des Landes Niedersachsen, rechtliche Regelungen sowie die Bewertung von Risiken bei der Social-Media-Nutzung.

Für die Behördenauftritte bei Facebook gibt es in jenem Leitfaden auch eine „Social Media Netiquette“, die den nicht „amtsdeutschen“, aber dennoch korrekten Sprachstil bei Formulierungen in Postings und Kommentaren festlegt.

Bürgernah

Dass eine Social-Media-Präsenz die Kommunikation mit den Bürgern stärkt, ist wissenschaftlich belegt. Eine Studie des Fraunhofer-Projekts „Composite“ stellte bereits 2012 fest: „Die Präsenz der Polizei in den sozialen Medien hat auf unterschiedlichen Ebenen eine direkte Wirkung auf die Beziehung zwischen Polizei und Bevölkerung.“ Die Interaktion werde enger, die Polizeiarbeit transparenter. „Bürger erleben die Polizei als menschlicher“, heißt es in der Studie.

Über die Plattformen Facebook und Twitter kann also nicht nur polizeiliche Ermittlungsarbeit unterstützt werden, auch die Bürgernähe nimmt zu. Das Vertrauen in die Ordnungshüter kann eine Stärkung durchaus vertragen, wie am Beispiel des Wasserwerfer-Gewinnspiels zu sehen ist.

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