Seit Jahresbeginn sind alte Gewissheiten ins Wanken geraten. Neue Themen wie digitale Souveränität, Sicherheit und der Standort des IT-Betriebs rücken in den Fokus. Besonders bei Künstlicher Intelligenz fragt man sich: Wo landet meine geistige Arbeit? Alcatel-Lucent Enterprise unterstützt den öffentlichen Sektor mit einer europäischen Lösung für die Kommunikationsinfrastruktur, die alle Anforderungen an Sicherheit und Datenschutz erfüllt.
Digitale Souveränität ist derzeit in aller Munde – nicht zuletzt durch die geopolitischen Spannungen mit den USA. In Behörden wie in vielen Firmen lautet das Gebot der Stunde: mehr Unabhängigkeit wagen. Es gilt, eigene IT-Infrastrukturen vor Eingriffen von außen zu schützen. Ein Beispiel, das Schlagzeilen gemacht hat, ist das Abkoppeln des E-Mail-Kontos des Chefanklägers im Internationalen Strafgerichtshof, Karim Khan, von seinem auf Microsoft-Technologie beruhenden E-Mail-Konto im Mai dieses Jahres. Dass US-amerikanische Tech-Giganten auf politischen Druck hin E-Mail-Konten sperren oder europäische Datenschutzregeln nicht beachten, wäre vor nicht allzu langer Zeit undenkbar erschienen. Heute ist es Realität. Eine Studie bezweifelt, dass US-Cloud-Dienste die EU-Datenschutzvorgaben einhalten. Zudem räumten Microsoft-Vertreter unter Eid bei einer Anhörung im französischen Senat ein, sie könnten nicht garantieren, dass keine Eingriffe von außen erfolgen. Viele Organisationen suchen daher nach europäischen Alternativen, die den EU-Vorgaben nach Datenschutz- und Datensicherheit folgen. Und auch wenn das BSI darauf hinweist, dass Europa noch länger abhängig bleibt, wissen Behördenleiter, Chief Digital Officer und IT-Verantwortliche: Sie müssen jetzt handeln, damit sich mittelfristig etwas ändert.
Digital souverän in Deutschland und Europa
Der öffentliche Sektor in Deutschland steht vor weiteren Hürden. Jede Stadt, jede Gemeinde, jede Kommune, jedes Bundesland entwickelt und betreibt eigene IT-Lösungen und -Infrastrukturen, die oft nicht interoperabel sind. Die Digitalisierung kommt denn auch nur schleppend voran, gebremst durch die föderale Struktur und fehlende Interoperabilität zwischen kommunalen, landes- und bundesweiten IT-Anwendungen und Infrastrukturen. Von Seiten des Bundes gibt es Bestrebungen, dies zu ändern. Zu nennen sind da zum einen Gesetzespakete, die wichtige Aspekte regeln. Das Digitalgesetz legt zum Beispiel erstmals bundesweit fest, wie Patientendaten in der Cloud zu speichern sind. Dienstleister müssen nachweisen, dass hohe Mindeststandards für die Verarbeitung personen- und gesundheitsbezogener Daten über Cloud-Dienste einhalten. Für diesen Nachweis hat Alcatel-Lucent Enterprise das C5-Siegel erhalten. Die DSGVO stellt den Schutz der Privatsphäre in den Mittelpunkt, der EU AI Act stellt Leitlinien für den Einsatz von KI auf.
Parallel hat sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt, unterschiedliche Entwicklungen zu bündeln und Innovationen voranzutreiben. Das neu geschaffene Bundesdigitalministerium (BMDS) soll Aktivitäten auf verschiedenen Ebenen koordinieren, um die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung zu vereinheitlichen.
Staat und Verwaltung sollen modernisiert werden. Zentraler Baustein dieser Strategie ist der Deutschland-Stack. Kurz gesagt, soll er eine einheitlichen IT-Infrastruktur mit grundlegenden Cloud- und IT-Diensten, Fachverfahren, UCC-Systemen sowie klar definierten Schnittstellen bieten, die höchste Anforderungen an IT- und Cybersicherheit erfüllen. Bis 2028 soll er so für die Interoperabilität der digitalen Verwaltung auf allen Ebenen des öffentlichen Sektors in Deutschland sorgen, mit Schnittstellen zu ähnlichen Systemen in der EU sowie der Wirtschaft.
An der Entwicklung des Deutschland-Stack ist maßgeblich der Govtech Campus beteiligt. Diese deutschlandweite Initiative zur Förderung von Digitalisierung und technologischer Souveränität in der öffentlichen Verwaltung wurde 2022 vom Bundesinnenministerium ins Leben gerufen. Die Initiative vereint Akteure aus Bund und Ländern sowie Unternehmen. Alcatel-Lucent Enterprise ist Mitglied und arbeitet aktiv mit.
Grundsätzlich können sich alle relevanten Tech-Unternehmen als Mitglied beteiligen und einbringen. So sind zum Beispiel auch die großen Hyperscaler AWS, Google und Microsoft, deren Dienste in vielen Bereichen derzeit unverzichtbar sind, im GovTech Campus aktiv. Europäische Anbieter werden dennoch gefördert, damit sie mittelfristig ihren Beitrag für die Souveränität und Wahlfreiheit von Staat und Verwaltung leisten können. Im Bereich Rechenzentren etwa werden europäische Alternativen zu den großen Hyperscalern wie OVH, Ionos und PlusServer aktiv unterstützt. Mittlerweile ist der GovTech Campus nach eigenen Angaben Europas größtes GovTech-Ökosystem.
Der GovTech Campus ist bestrebt, Wissen und digitale Lösungen bundesweit effizient, sicher und skalierbar bereitzustellen. Dieses Prinzip gilt auch für die Technologien und Produkte, die dort entwickelt oder integriert werden. Ziel ist eine kohärente Architektur mit einem übergreifenden Portfolio- und Produktmanagement. Als Teil dieses Ökosystems trägt ALE mit seinen Lösungen aktiv zur Ausgestaltung der digitalen Souveränität bei.
Als französisches Unternehmen legt Alcatel-Lucent Enterprise besonderen Wert auf die europäischen Sicherheitsbestimmungen sowie die Souveränität über Daten und geistiges Eigentum. Der strategische Ansatz von ALE ist es, seinen Kunden einen autonomen Betrieb der IT-Infrastruktur zu ermöglichen, unterstützt durch Künstliche Intelligenz, um die Effizienz zu steigern. Der Fokus liegt auf der Integration von Netzwerkinfrastrukturen und Kommunikations- und Kollaborations-Lösungen, die Menschen, Prozesse und digitale Entitäten miteinander verbinden. Dies gilt als Schlüssel für eine erfolgreiche Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung. ALE bietet mit Rainbow eine vollständig europäische und sichere All-in-one-Cloud-Kommunikations- und Kollaborationsplattform.
Rainbow wird zu hundert Prozent in Frankreich entwickelt und in Deutschland von dem französischen Anbieter OVH gehostet – ganz ohne AWS oder andere US-Dienste. Auch die UCC- und Cloud-Dienste von Rainbow werden komplett aus Frankreich erbracht.
Der GovTech Campus legt einen Schwerpunkt auf Cybersecurity und KI. Damit öffentliche Verwaltungen bei der Auswahl von Tools in diesem Bereich souverän entscheiden können, verfolgt ALE eine „Bring Your Own KI“-Strategie. Die Lösungen sind offen und interoperabel gestaltet, sodass die Verwaltungen ihre bevorzugten KI-Tools problemlos integrieren können.
Gemeinsam mit dem deutschen Start-up DeepSet entstand so ein KI-gestütztes Tool für Einsatz- und Missionsplanung – etwa für Polizei oder Bundeswehr. Diese Lösung ist bereits in Rainbow integriert und erlaubt es, aktuelle Einsatzstände direkt über die Plattform abzufragen. Ein anderes Beispiel: Ein Gespräch in Rainbow kann über eine standardisierte Schnittstelle an ein KI-Tool wie Mistral weitergeleitet werden. Dieses erstellt automatisch eine Zusammenfassung mit den nächsten Schritten. ALE entwickelt die KI nicht selbst, sondern öffnet seine Plattform über APIs für bestehende Lösungen, die die Kunden bereits nutzen oder testen. Diese Offenheit prägt die Unternehmensphilosophie.
Migration in die Cloud
Ziemlich lange war die öffentliche Hand zögerlich bei der Einführung von Cloud-Technologien. Das ändert sich jetzt. Im Deutschland-Stack kommt der Cloud eine zentrale Rolle zu. Alcatel-Lucent Enterprise bietet hier maximale Flexibilität in der Wahl seiner IT-Lösungen. Die Auswahl reicht von einer Private Cloud in einer On-Premises-Implementierung bis hin zur Full Cloud. Das Zielszenario bildet indes die Hybrid Cloud, die das Beste aus beiden Welten vereint. Mit Alcatel-Lucent Enterprise können öffentliche Verwaltungen sicher und souverän in die Cloud migrieren, ohne sich künftige Möglichkeiten zu verbauen. Rainbow unterstützt dabei alle Betriebsmodelle: On-Premise („Rainbow Edge“), Hybrid oder als Full Managed Service („Rainbow Hub“). Im hybriden Mischbetrieb laufen Videokonferenzen über die Cloud, während die Telefonie weiterhin On-Premises erfolgt. Bei der Variante des Full Managed Service ermöglicht Rainbow Hub die gesamte Kommunikation einschließlich Telefonie aus der Cloud. Alcatel-Lucent Enterprise begleitet den Kunden auf seinem Weg in die Cloud, nach dessen Tempo und Anforderungen. Ob 30 Prozent, 70 Prozent oder 100 Prozent Cloud – alles ist möglich.
Ausgangspunkt für diese sanfte Migration in die Cloud sind der Ist-Zustand und die aktuellen Anforderungen der IT. Letztere ändern sich nach und nach. War zunächst nur die sichere und souveräne Videotelefonie ein Thema, kommt möglicherweise nach einiger Zeit auch der Umstieg der Telefonie in die Cloud hinzu. Wie mit einem Schieberegler kann der Kunde mit den Lösungen von ALE den Anteil der Cloud nach oben fahren.
Digitale Souveränität konkret
Digitale Souveränität bedeutet für Alcatel-Lucent Enterprise die Freiheit in der Wahl der digitalen Werkzeuge. Standardisierte offene Schnittstellen, Software, die modular erweitert werden kann und größtmögliche Interoperabilität – dank dieser Strategie können öffentliche Verwaltungen entscheiden, welche Lösung sie einsetzen, ohne von einem Anbieter abhängig zu sein. Auf Wunsch beziehen sie die Dienste monatsweise, binden sich nicht langfristig und können jederzeit wechseln. So gewinnen sie Unabhängigkeit und bleiben flexibel. Als französisches Unternehmen folgt ALE den strengen Datenschutz- und Datensicherheits-Anforderungen der EU und engagiert sich im GovTech Campus für einen handlungsfähigen Staat und Verwaltung. Das ist die europäische Alternative ohne versteckte Abhängigkeiten, sondern mit voller Wahlfreiheit und Souveränität.
Der Autor
Martin Zingsheim, Sales Director Germany – Government & Education, Alcatel-Lucent Enterprise.
(ID:50525372)
Stand: 08.12.2025
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