Civey-Umfrage Als Bittsteller zur Behörde?

Von Serina Sonsalla 2 min Lesedauer

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Guter Behörden-Service scheint eher selten. Laut einer Studie fühlt sich die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland beim Kontakt mit Behörden nicht ernst genommen.

Schlechter Service, unzureichende Leistung – so bewertet der Großteil der Bevölkerung den Behördenservice in Deutschland.(Bild:  Dhriti – stock.adobe.com / KI-generiert)
Schlechter Service, unzureichende Leistung – so bewertet der Großteil der Bevölkerung den Behördenservice in Deutschland.
(Bild: Dhriti – stock.adobe.com / KI-generiert)

Anträge, Ablehnung, Abwehr – so könnten Bürgerinnen und Bürger den Gang zur Behörde erleben. Laut einer Civey-Umfrage im Auftrag des estnischen Programms e-Residency fühlen sich fast 60 Prozent der Menschen in Deutschland beim Behörden-Service nicht ernst genommen. Besonders kritisch äußert sich die jüngere Generation im Alter von 18 bis 29 Jahren: Fast 80 Prozent geben an, sich gegenüber Behörden eher wie Bittsteller zu fühlen. In der Altersgruppe der über 65-Jährigen fällt die Zustimmung etwa 20 Prozent geringer aus. Im Durchschnitt sehen sich demnach zwei Drittel der Bevölkerung in der Rolle, den Staat unnötig zu belasten.

Für die Studie wurden über 5.000 Personen ab 18 Jahren im Zeitraum vom 1. bis zum 3. April 2025 befragt. Das Ergebnis fällt allerdings je nach Bundesland sehr unterschiedlich aus. In Sachsen-Anhalt teilen beispielsweise über 76 Prozent der Bürgerinnen und Bürger die Aussage, schlechten Service zu erhalten. In Berlin oder Hamburg dagegen nehme man eher auch Fortschritte bei der Digitalisierung und bei der Service-Orientierung wahr und fordert gleichzeitig mehr digitale Verwaltungsangebote. Dabei sei vor allem die digitale Ummeldung des Wohnorts durchaus beliebt. Etwa zwei Drittel der Deutschen (67 Prozent) wünschen sich die Ummeldung des Wohnsitzes als digitale Dienstleistung, noch vor der digitalen Beantragung des Personalausweises oder Reisepasses (knapp 60 Prozent). Über 26 Prozent der Befragten fordern mehr Digitalisierung beim Thema Führerschein, 23 Prozent bei der Geburtsurkunde und 22 Prozent bei Anträgen auf Sozialleistungen.

Managing Director bei e-Residency Liina Vahtras sagte, dass Deutschland in den vergangenen Jahren bereits viele Schritte in die richtige Richtung getan habe – so zum Beispiel mit dem kürzlich vorgestellten Koalitionsvertrag, in dem zentrale Punkte zur Digitalisierung von Verwaltungsprozessen festgehalten worden sind. „Unsere Umfrage zeigt, dass das genau der richtige Weg ist und es aus Sicht der Bevölkerung noch immer Potenziale gibt, Verwaltungsprozesse weiter zu vereinfachen und digital zugänglich zu machen.“

Erfahrungen mit dem Behördenservice

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