DDGI-Positionspapier Open Government Data unerlässlich für wirtschaftliche Entwicklung

Redakteur: Manfred Klein

Anlässlich des Zukunftskongresses Staat & Verwaltung hat DDGI-Präsident Udo Stichling in Berlin das DDGI-Positionspapier „Open Government Data – Verwaltungsdaten frei für Wirtschaft und Gesellschaft“ an Beate Lohmann, Ministerial­direktorin im Bundesministerium des Innern (BMI) überreicht.

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Übergabe des Positionspapieres an Beate Lohmann durch Herrn Udo Stichling
Übergabe des Positionspapieres an Beate Lohmann durch Herrn Udo Stichling
(Foto: DDGI)

Das Positionspapier zeigt die Innovationspotenziale von Open Government Data für Bürger und Wirtschaft auf, analysiert die Voraussetzungen für eine nachhaltige Strategie und spricht sechs Handlungsempfehlungen aus. Beispiele für Open-Government-Portale ergänzen die Empfehlungen.

Dazu der Deutsche Dachverband für Geoinformation e.V. DDGI DDGI: „Die wirtschaftlichen Potenziale von Open Government Data (OGD) sind sehr hoch, die Europäische Union sieht Einnahmen von 40 Milliarden Euro im Jahr, die U.S.-Regierung geht davon aus, dass ein Sechstel des U.S.-Bruttoinlandsprodukt auf Wertschöpfung durch Open Content zurückzuführen ist.“

„Der Einnahmeausfall in den Haushalten der Fachressorts aller föderalen Ebenen in Deutschland wird im Vergleich dazu bei unter 1 Prozent der Ausgaben liegen. Daher empfiehlt der DDGI endlich die Rahmenbedingungen zur Nutzung dieses Potenzials zu schaffen und damit die Chancen der öffentlichen Dateninfrastruktur zu nutzen.“

„Das Bundesministerium des Innern unterstützt die Öffnung der Verwaltungsdaten und so ist das DDGI Papier ein wichtiger Beitrag, um Open Government Data stärker in Wirtschaft und Verwaltung zu verankern“, so Beate Lohmann, Ministerialdirektorin im Bundesministerium des Innern (BMI).

„Mit Open Government Data schafft die Verwaltung die Voraussetzungen für eine neue offene Kommunikation und Zusammenarbeit. Gewinner ist der Standort Deutschland, was sich schon jetzt an der dynamischen Entwicklung von Start-ups auf Basis von Open Data ablesen lässt“, so Dr. Martin Fornefeld, Leiter der DDGI-Expertenkommission Open Data.

Die sechs Handlungsempfehlungen im Überblick:

Die sechs Handlungsempfehlungen im Überblick

» Das Änderungsgesetz zum Geodatenzugangsgesetz (GeoZGÄndG) des Bundes inklusive seiner Nutzungsverordnung (GeoNutzV) ist das erste Gesetz in Deutschland, das den Umgang mit OGD gesetzlich regelt. Deutschland deklarierte im Rahmen des Änderungsgesetzes zum Geodatenzugangsgesetz Geodaten des Bundes als Open Data. Dieses wegweisende Gesetz und seine Nutzungsverordnung sollte als Grundlage dienen, um insgesamt die Daten und Dienste zur Nutzung und Weiterverwendung frei zu geben.

Alle Daten und Dienste sollten geldleistungsfrei zur Verfügung gestellt werden.

Es sollten einheitliche Nutzungsbestimmungen zur freien Nutzung, Weiterverwendung und Verbreitung der im Sinne dieses Dokumentes definierten offenen Daten des öffentlichen Sektors eingeführt werden, wie dies die Nutzungsverordnung zum Änderungsgesetz zum Geodatenzugangsgesetz bereits vorsieht.

» Grundsätzlich sollte die Maxime „Open Data First“ gelten, wonach alle Daten des öffentlichen Sektors als OGD zeitnah bereitgestellt werden. Im Falle einer Abweichung ist eine begründete Ausnahmeregelung zu beantragen, die durch eine zentrale bestehende Behörde auf der jeweiligen föderalen Ebene erteilt werden muss.

» Aufbau von sicheren, kosteneffizienten Bereitstellungsplattformen als Sharing-Plattform für OGD, z.B. in einer Open Data Cloud (Public oder private) zur Sicherstellung einfacher und flexibler Veröffentlichungs- und Kollaborationsprozesse sowie zur verlässlichen und skalierbaren Dienste- bzw. Datenbereitstellung.

» Der länderübergreifende, standardisierte Kartendienst „webatlasde“ (es ist ein Google- und Bing-maps vergleichbarer Kartendienst der Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland (AdV) sollte ab sofort bundesweit als Open Government Data kostenfrei zur Verfügung zu stehen, wie dies bereits in Baden-Württemberg geschehen ist.

» Alle föderalen Ebenen mitnehmen: 80 Prozent der Daten fallen bei den Kommunen an! Es ist dringend ein Open Data-Handbuch zur Datenbereitstellung für alle föderalen Ebenen zu erstellen und einfache Standardlösungen für Open Data Portale anzubieten.

» Diese Ziele und Strategien kommunizieren und vorantreiben und damit die Basis für Wachstum und Beschäftigung in Deutschland und Europa schaffen: 10 Prozent Wachstum pro Jahr im Daten- und Datendienstemarkt sind möglich und das Ziel.

Das Positionspapier steht als Download zur Verfügung.

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