Koalitionsvertrag in Hamburg

Mehr Energieeffizienz für die Hansestadt?

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Trotzdem bleibt die Einbeziehung von „Betroffenen“ eine erfolgreiche Strategie. In einem kommunalen Rathaus in Schleswig Holstein wurde vor einigen Jahren im Rahmen eines kleinen Wettkampfes eine Wellness-Massage ausgelobt für die Mitarbeiter des sparsamsten Stockwerks.

Aus der Sicht des Energiemanagers ist, neben der Vollständigkeit der Daten, die einfache Erstellung und Verwaltung von Effizienz-Kennwerten (Energy-Performance-Indikatoren, EnPI) ein wichtiges Kriterium. Sie erlauben zum Beispiel verschiedene Gebäude unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Spezifika, wie CO2-Äquivalente des Heizmediums pro Quadratmeter beheizter Fläche, oder Kosten für die Beleuchtung normiert pro Mitarbeiter, in ihrer Effizienz bewerten zu können.

Neben dem akuten Benchmark ist auch die langfristige Entwicklung solcher Kennwerte ein wichtiges Indiz für den Erfolg des Energiemanagements. Treffen die zugesicherten Einsparungen eines Lieferanten auch tatsächlich nach zwei Jahren noch zu, oder ist der Verbrauch der erneuerten Anlage bedingt durch Verschleiß wieder auf dem Ausgangsniveau?

Durch die Festlegung im Koalitionsvertrag auf Senatsebene kann das Thema mit entsprechendem politischen Willen sogar unternehmensübergreifend aufgesetzt werden. Es entstünde ein zentrales Hamburger Energie-Management-System, in dem alle Daten mit einem hohem Detailgrad auflaufen würden.

Durch Verfahrens-Standardisierung und einheitliche Bewertungskriterien ergäbe sich ein einheitlicher Blick auf Hamburgs Energieeffizienz und damit auch ein großes Optimierungspotenzial.

Technisch ist das erprobt, denn große Contracting-Unternehmen sind auf solche Systeme angewiesen, um aus den Einsparungen durch Effizienz ihre Gewinne zu erzielen. Fast alle notwendigen Daten werden schon heute erfasst, doch ihre konsequente Nutzung, im Sinne der Umwelt und des Hamburger Steuerzahlers, steht noch aus.

(ID:43356698)