Virtualisierung beschleunigt SAP-Backup Königsweg IT-Outsourcing

Redakteur: Manfred Klein

Strom, Erdgas, Wasser, Wärme – die Produkte der öffentlichen und privaten Versorger sind seit Jahren identisch. Was sich laufend ändert, sind die Rahmenbedingungen, sodass die Aufgaben und Herausforderungen an die Unternehmen stetig komplexer werden.

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Das Auslagern der IT ist daher in der Versorgungsbranche ein verbreiteter Weg. Professionelle Dienstleister, wie die 1961 gegründete rku.it aus Herne, stellen ihr Know-how zur Verfügung, um hier individuelle Outsourcing-Lösungen zu entwickeln und umzusetzen.

Als IT-Partner der Versorgungswirtschaft zählt die rku.it Versorger jeder Größe zu ihren Kunden. Mehr als 120 Unternehmen nehmen die umfassende SAP-Kompetenz und Branchenerfahrung in Anspruch und vertrauen auf die Zuverlässigkeit der Lösungen. Dahinter stehen etwa 3.000 SAP-Arbeitsplätze und rund 4,2 Millionen abzurechnende Versorgungsverträge. Das Unternehmen managt über 100 SAP-Installationen, was ungefähr 300.000 SAPsen oder Leistungseinheiten entspricht. 20 mySAP-ERP-Systemschienen sind aktuell produktiv.

Datenzuwachs mit Virtualisierung bewältigen

rku.it betreibt im eigenen Rechenzentrum Server- und Plattensysteme, die so ausgelegt sind, dass nach jeweiligem Kundenbedarf flexibel Rechnerleistung und Plattenplatz bereitgestellt werden können. Die Ressourcen sind auf zwei mehrere Kilometer voneinander entfernte Standorte verteilt, sodass in Verbindung mit redundanter Datenhaltung und Hochverfügbarkeitskonfigurationen für den Katastrophenfall vorgesorgt ist. Virtualisierung spielt in diesem Szenario eine tragende Rolle. Die konventionelle Server-Hardware wurde auf IBM P570 Server umgestellt, von denen zurzeit sieben eingesetzt werden.

Passend zur Servervirtualisierung sollte ein neues Datensicherungskonzept für zirka 80 Terabyte an Daten eingeführt werden. „Das Datenwachstum im SAP-Umfeld war stark gestiegen, sodass es zu Leistungsengpässen bei den Laufwerken der mechanischen Bandroboter kam. Auch die Fehleranfälligkeit nahm zu, was den Aufwand erhöhte und die Zuverlässigkeit beeinträchtigte. Im Prinzip hatten wir es mit einer Konstellation zu tun, für die sich VTL-Technologie als beste Lösung anbietet“, erklärt Ulrich Klenke, Leiter Rechenzentrum bei rku.it. „Ausschlaggebend für die Wahl des Herstellers waren die Kosten der Datensicherung, aber auch die Anpassbarkeit.“ Dass die Wahl auf je ein NetApp-VTL1400-System pro Rechenzentrum fiel, lag am Preis-Leistungs-Verhältnis und einfachen Customizing der Systeme. Ein weiterer Grund war die Investitionssicherheit: Eine NetApp VTL lässt sich auf einfache Weise auch zum „normalen“ online Datenspeicher migrieren. Auch bei der Skalierbarkeit konnte NetApp punkten. Die höchstmögliche Zahl an definierbaren Laufwerken liegt mit 3.000 knapp ein Drittel über dem, was vergleichbare Systeme anderer Hersteller bieten.

Beim Aufsetzen der neuen Backup-Strategie kam es vor allem auf die optimale Abstimmung der VTL-Technologie von NetApp und dem IBM Tivoli Storage Manager als Backup-Software an. Kritische Punkte waren die Wahl der Laufwerktechnologie und die Qualität der Laufwerkerkennung. Per Simulation wurden virtuelle Laufwerke auf LTO-Basis definiert. Dabei wurde vorab festgelegt, welche Datenbestände auf welche Laufwerke zu sichern sind, um die Lastverteilung und das Datenmanagement zu optimieren.

Virtuelles Backup mit Ausfallsicherheit

Die Prozesse sind so aufgesetzt, dass jedem der insgesamt sieben TSM-Server dedizierte Laufwerke auf beiden VTLs zugewiesen sind. Aktuell sind 160 Laufwerke auf den beiden Dual-Controller-VTLs definiert. Die Kapazität einer VTL liegt bei derzeit 35 Terabyte. Redundanz gilt auch hier: Jeder TSM-Server hat vier Verbindungen auf jede VTL. Von acht Laufwerken pro TSM-Server sind jeweils vier für das Backup reserviert, während vier Laufwerke in Reserve für andere Arbeiten eingesetzt werden.

Da rku.it aus Sicherheitsgründen mit zwei Standorten des Rechenzentrums arbeitet, wechselt jedes Backup alternierend zwischen den beiden VTLs, sodass die Daten auf beiden Seiten vorhanden sind. Das aufwendige Prozedere zahlt sich insbesondere bei Datenbanklösungen aus, da sich zusätzliche Kopien auf Speicherbändern erübrigen. Auch die Log-Dateien sind an beiden Standorten vorhanden. Insgesamt wird jedes SAP-System mindestens einmal pro Tag gesichert.

Die Auslagerung der Backup-Kopien auf Tapes erfolgt bei rku.it auf traditionelle Bandroboter und verläuft nach einem Rotationsprinzip, das nach Schwellenwerten arbeitet. Sobald der Füllstand 50 Prozent erreicht hat, wird der Migrationsprozess über TSM angestoßen, um die Daten von den virtuellen Bändern auf physische Bänder zu kopieren.

Service und Support überzeugen

Durch die Virtualisierung der Server- und Backup-Umgebung ließ sich die Anzahl der Bandroboter von drei auf zwei senken. Ein Spareffekt, der sich durch den VTL-Einsatz ergibt, ist die Vermeidung von Wartungskosten bei physischen Laufwerken. Ursprünglich war regelmäßig ein Drittel der physischen Laufwerke aus Wartungsgründen nicht nutzbar, was zu hohen Vorhaltungskosten führte.

„Wir haben mit der NetApp VTL-Technologie erreicht, was wir wollten: Entlastung und Zuverlässigkeit beim Backup unserer SAP-Systeme. Die gute Planung der Prozesse und Implementierung im Vorfeld hat dazu beigetragen, dass der Betrieb heute reibungslos läuft. Besonders positiv überrascht hat uns das Ausmaß der Datenkomprimierung bei NetApp. Wir haben ein Verhältnis von 3:1 erreicht, deutlich mehr als erwartet“, so Ulrich Klenke.

Mit dem SupportEdge Premium Servicepaket ist rku.it in jedem Fall auf der sicheren Seite. Proforma-Checks zur Überprüfung der Hardware, die bei der rku.it von Siemens als autorisiertem NetApp-Partner ausgeführt werden, gehören ebenso zum Programm wie schneller Vor-Ort-Service und AutoSupport.

Fazit

„NetApp überzeugt auch bei der Servicequalität. Wann immer es ein Problem gab, es war in kürzester Zeit gelöst. Bereits bei der Implementierung der VTLs hat NetApp seine Kompetenz bewiesen“, sagt Rechenzentrumsleiter Klenke anerkennend. „Zudem entwickelt NetApp das Produkt laufend weiter, etwa mit Performance-Steigerungen, dem Support größerer SATA-Disks und Deduplizierung. Wir profitieren davon kostenfrei im Rahmen des Supportvertrages.“

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