Veränderungen im Siemens-Vorstand Healthcare-Geschäftsführung neu geordnet

Redakteur: Jürgen Sprenzinger

Der Siemens-Konzern plant, den Bereich Healthcare als eigenständiges Geschäftsfeld zu konzipieren, um so „für eine erfolgreiche Zukunft in einem hochdynamischen Markt- und Innovationsumfeld zu sorgen“. Die Aufgabe übernehmen Dr. Bernd Montag, Michael Reitermann und Michael Sen.

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Von links nach rechts: Dr. Ralf P. Thomas, Mitglied des Vorstands der Siemens AG und Leitung Finance and Controlling, Joe Kaeser, Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG und Stephan Heimbach, Leiter Communications and Government Affairs der Siemens AG
Von links nach rechts: Dr. Ralf P. Thomas, Mitglied des Vorstands der Siemens AG und Leitung Finance and Controlling, Joe Kaeser, Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG und Stephan Heimbach, Leiter Communications and Government Affairs der Siemens AG
(Bild: Siemens AG)

Janina Kugel, bisher Corporate Vice President Human Resources und Chief Diversity Officer im Vorstandsressort Human Resources wurde auf der Sitzung des Aufsichtsrats der Siemens AG zum Mitglied des Vorstands ernannt.

Kugel übernimmt das Vorstandsressort Human Resources von Siegfried Russwurm und wird neue Arbeitsdirektorin der Siemens AG. Siegfried Russwurm ist künftig zusätzlich zu seiner Regionalzuständigkeit für den Nahen und Mittleren Osten und GUS sowie seiner Funktion als Chief Technology Officer Partner auf Vorstandsebene für das Management des eigenständig geführten Healthcare-Geschäfts.

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Hermann Requardt scheidet im gegenseitigen Einvernehmen aus dem Vorstand und der Führung von Healthcare aus und ermöglicht so den Generationenwechsel zum Start des neuen Healthcare-Unternehmens. Er steht dem Unternehmen beratend zur Verfügung.

Änderungen treten zum 1. Februar in Kraft

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Siemens AG, Gerhard Cromme, dankte Professor Requardt für seine fast neunjährige erfolgreiche Tätigkeit als Mitglied des Vorstands – zunächst in der Verantwortung als Forschungschef von Siemens, seit Ende 2008 dann an der Spitze von Healthcare.

„Unter Führung von Professor Requardt ist es gelungen, die führende Weltmarktposition des Healthcare-Geschäfts von Siemens weiter zu festigen“, sagte Cromme.

Mit der unternehmerischen Führung des innerhalb der Siemens AG eigenständig geführten Healthcare-Geschäfts hat der Vorstand mit Wirkung zum 1. Februar. Bernd Montag als Vorsitzender der Geschäftsführung sowie Michael Reitermann als Mitglied der Geschäftsführung und Michael Sen als Chief Financial Officer beauftragt.

Alle drei sind für diese Funktionen auch in der Geschäftsführung der künftigen Healthcare GmbH vorgesehen.

Bernd Montag leitet derzeit als CEO das Geschäft Imaging & Therapy Systems innerhalb von Healthcare, Michael Reitermann als CEO das Diagnostics-Geschäft, Michael Sen ist CFO von Healthcare.

Unterstützung bekommen sie dabei seitens des Vorstands von Siegfried Russwurm, der selbst zehn Jahre lang in der damals noch Medizintechnik genannten Sparte gearbeitet hat.

Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG sagte dazu: „Herr Requardt und die Führungskräfte und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Healthcare können sehr stolz auf die zurückliegenden höchst erfolgreichen Jahre gemeinsamer Arbeit sein. Ich habe höchsten Respekt für Herrn Requardts Entscheidung, den Weg für einen Generationenwechsel zu ebnen.

Hohe Fachkompetenz verbunden mit Dynamik

Sehr erfreut sei er über die Berufung von Janina Kugel in den Vorstand. Frau Kugel verbinde hohe Fachkompetenz mit Dynamik, Initiative und großer Anerkennung im Unternehmen. „Globalisierung, Digitalisierung und der demographische Wandel führen zu umfassenden strukturellen Veränderungen der Arbeitswelt. Mehr denn je sind professionelle Personalarbeit und Führungsentwicklung ein Schlüsselfaktor für den Erfolg von Siemens“, sagte Kaeser.

Die Siemens AG (Berlin und München) ist seit Jahren führend in der Sparte bildgebender medizinischer Geräte wie Computertomographen und Magnetresonanztomographen sowie in der Labordiagnostik und klinischer IT. Im Geschäftsjahr 2014, das am 30. September 2014 endete, erzielte Siemens einen Umsatz aus fortgeführten Aktivitäten von 71,9 Milliarden Euro und einen Gewinn nach Steuern von 5,5 Milliarden Euro. Ende September 2014 hatte das Unternehmen weltweit rund 357.000 Beschäftigte.

Allerdings ist der Gewinn des Unternehmens im vergangenen Quartal eingebrochen. Das Ergebnis reduzierte sich auf knapp 1,1 Milliarden Euro (nach Steuern). Die Umsätze konnten zwar um drei Prozent auf 17,4 Milliarden Euro gesteigert werden, auf der anderen Seite aber ist der Auftragseingang um 13 Prozent auf rund 18 Milliarden Euro gesunken.

Veränderte Zinslage und schwankende Finanzinstrumente

Laut Aussage der Siemens-Führung seien die veränderte Zinslage, aber auch Schwankungen bei Finanzinstrumenten für den rückgängigen Auftragseingang verantwortlich.

Beide Faktoren erzeugten ein Defizit von 123 Millionen Euro in der hauseigenen Vermögensverwaltung und auch operativ lief es in den einzelnen Konzernsparten sehr unterschiedlich.

Das Geschäft mit Energietransfertechnik und Windanlagen war durchaus zufriedenstellend, die Medizintechnik- und die Kraftwerks- und Gassparte (Power & Gas) jedoch hatten mit Rückgängen zu kämpfen. Beide Sparten hatten vor einem Jahr noch die höchsten Konzerngewinne eingefahren.

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